Die Waffen der Ritter

(under construction)


Die bevorzugten Waffen der Ritter waren Hieb und Stoßwaffen wie Speer, Streitaxt und Schwert. Das Schwert der mittelalterlichen Ritter war in der Regel ein Einhand-Schwert, später das Anderthalbhänder-Schwert, das ab dem 14 Jhdt langsam das einhändige Schwert ablöste. Die überlangen Zweihänder-Schwerter kamen erst im Spätmittelalter als Waffe der Landsknechte auf. Eine weitere beliebte und schlagkräftige Waffe der Ritter war dei Streitaxt. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Schwert war ihre enorme Wucht beim Schlag und die Möglichkeit sie als Wurfwaffe mit verheerender Wirkung einzusetzen. Geworfen konnte sie ohne Weiteres einen starken Helm durchschlagen. Ein solcher Treffer war praktisch immer sofort tödlich. Allerdings brauchte man für das Axtwerfen einiges an Übung und ein gutes Augenmaß. Einige Waffen galten den Rittern als unritterlich. Dazu gehörte der Bogen, die Armbrust und auch der Streitkolben.
Teppich von Bayeux
Reiterangriff in einer Szene aus dem Teppich von Bayeux.
Es ist eindrucksvoll dargestellt wie die Fußtruppen nieder geritten werden.


Die Lanze oder der Speer waren die Hauptbewaffnung der schweren Panzerreiter. Mit ihnen konnte der Ritter vom Pferd aus äußerst effektiv gegen andere Reiter oder Fußsoldaten vorgehen. Ihre Reichweite und die Option sie auch als Wurfwaffe einzusetzen machten ihren Erfolg auf den Schlachtfeldern aus. Sie gehört zu den ältesten Waffen der Menschheit. Mit geringen Materialaufwand waren Speere schnell und kostengünstig herzustellen, so dass man viele Männer in kurzer Zeit bewaffnen konnte. Die Handhabung war leicht zu erlernen und eine geordnete Truppe von Pikenieren war sehr effektiv gegen Reiterangriffe einsetzbar. Für Reiter entwicklete man besonders schwere Reiterlanzen, die als stumpfe Version in Turnieren, beim sogenannten Tjost, Verwendung fanden.

Die wichtigsten mittelalterlichen Waffen im Überblick:




Das Schild

Um Hiebe zu blocken und als Schutz gegen Pfeile nutzte man ein mehr oder weniger großes Schild. Das Schild wurde im Nahkampf ggf auch als Schlagwaffe genutzt. Einige Schilde waren dazu mit einem kleinen Dorn in der Mitte ausgestattet, wie zum Beispiel bei einem Faustschild. Schilde gab es in vielfältigen Formen. Rundschilde, Ovale, Eckige oder sie liefen wie das Drachen- und V-Schild unten spitz zu. Oft waren sie mit dem Wappen des Ritters oder seines Lehnsherrn bemalt. Die im frühen Milttelalter noch weitgehend aus Holz gefertigten Schilde wurde zunehmend mit Metall verstärkt. Gegen Pfeilbeschuss waren sie sehr effektiv und im Nahkampf brauchte man schon einen besonders kräftigen Schlag mit einer Streitaxt um ein Schild zu zerschmettern. Die Armbrustschützen des Hoch und Spätmittelalters nutzten große Setzschilde, sogenannte Pavesen, um dahinter ihre Armbrust neu zu spannen. Im Spätmittelalter verlor das Reiterschild mit dem Aufkommen immer stärkerer Vollharnische weitgehend an Bedeutung. Nur im Turnier, vor allem beim Tjost, nutzte man weiterhin ein starkes Schild um die gegnerische Lanze abzufangen. Dieses Turnierschild, die soganannte Renntartsche, war hierbei auch der Zielpunkt für das Lanzenstechen.
Faustschild, Buckler
Kampftraining mit dem Faustschild, (Darstellung aus dem 15. Jhdt)


Der Faustschild, auch Buckler genannt, wurde sowohl zur Abwehr als auch als Angriffswaffe genutzt. Im Manuskript I.33 , das um das Jahr 1300 datiert wird, finden sich zahreiche Abbildungen die Kampftechniken mit Schwert und Faustschild zeigen.



Waffen und Ausrüstung der Reiter

fränkische Panzerreiter
fränkische Panzerreiter des Frühmittelalters


Die Ausrüstung der frühen Panzerreiter war noch recht einfach gehalten.
- Spangenhelm über einer Kettenhaube
- ellenbogenlanges Kettenhemd bis knapp oberhalb der Knie
- langärmliges, knielanges Gewand, ähnlich einer Tunika
- schlichter Schwertgürtel
- Rundschild mit Buckel
- Langschwert
- Flügellanze


Belagerungswaffen und die erste Artillerie


Belagerungswaffen
Der Tribok wurde direkt an seinem Einsatzort
von Spezialisten aufgebaut.



Der Aufbau großer Belagerungsmaschinen wie dem Tribok erforderte spezialisierte Handwerker. In Gegenden mit wenig geeignetem Holz musste das Material oft über weite Strecken rangeschafft werden. Die Kreuzfahrer transportierten ihre Wurfmaschinen per Schiff zum Einsatzort.
Feuerwaffen
Frühe Darstellung eines Handrohres
Über den ersten Einsatz von Feuerwaffen wird in der Chronik von Metz aus dem Jahr 1324 berichtet. Die erste bildliche Darstellung eines sogenannten Feuertopfs findet sich in einer Handschrift von Walter de Milimete aus dem Jahre 1326. Andere Quellen berichten vom ersten Gebrauch des Schießpulvers im Hunderjährigen Krieg, im Jahre 1346. Dänische Kriegesschiffe sollen erstmalig 1354 Schießpulver bei einer Seeschlacht verwendet haben.

Anfangs war das Abfeuern einer Feuerwaffe nicht ganz ungefährlich. Nicht selten zerbarst das Rohr und verletzte oder tötete die Geschützmannschaft. Nachdem man in der Lage war brauchbare Geschütze herzustellen, ging die Entwicklung rasend schnell voran. Man montierte die Geschützrohre auf fahrbare Lafetten und schon bald waren über 100 Kanonen in einer Schlacht keine Seltenheit mehr.



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